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Bruce Springsteen live im Stade de Suisse…
Mittwoch, 1. Juli 2009
The BossUnd Bettina fühlt sich gleich wieder wie 15. Hautnah konnte ich „meinen“ Superstar gestern Abend in Bern miterleben. Seit fast 30 Jahren begleitet mich seine Musik! Mit Front-Field Tickets ausgestatten, hatte ich dieses mal die Gelegenheit ganz zu aller vorderst mit zu kreischen, zu klatschen zu singen (wenn auch falsch) und zu hopsen. Ein Meter vor mir blieb er stehen, und ich schwöre mein Herz blieb beinahe stehen. Er rockte das Stadion von allem Anfang an. What a man!
 
Nun, heute schwebe ich noch immer etwas auf Wolke 7 aber fühle mich nicht mehr wie 15 sondern beinahe wie 100. Musste merken dass ich nicht mehr ganz so fit bin wie „anno dazumal!


Bruce Springsteen und seine E-Street Band gaben am Dienstag im Stade de Suisse ein überwältigendes Konzert. Besser kann Rock’n’Roll nicht klingen.

Bruce SpringsteenDas Schwierigste für einen Musiker bleibt, gegen seine eigenen Höchstleistungen anzutreten. Erst recht für einen wie ihn, der für seine mitreissenden, stundenlangen Konzerte bekannt geworden ist, vor allem in Stadien vor einem Massenpublikum. Jedes Mal erwartet man von Bruce Springsteen einen weiteren Höhepunkt, egal wie viele er schon gefeiert hat, egal wie alt er seither geworden ist.

Ihn scheint das nicht zu kümmern. Er kommt mit wiegenden Hüften auf die Bühne, küsst seinen Saxofonisten, packt die Gitarre und legt los. Nach «Badlands», dem ersten Stück seines zweieinhalbstündigen, triumphalen Konzertes, hat er das Publikum so weit wie andere nach der letzten Zugabe. «Is everybody alive out there?», schreit er in den aufbrausenden Applaus hinein, zählt den nächsten Song an, dann den übernächsten: one, two, three, four.

Schweissnass, hemmungslos
Dabei gelingen auch neue Stücke wie «Outlaw Pete» oder «Working on a Dream», die auf Platte seltsam matt klingen, in Bern aber mühelos überzeugen. Spätestens mit der grossartigen Version von «Seeds», einem Outtake aus der Erfolgsplatte «Born in the USA», wird restlos klar: Bruce Springsteen spielt und singt so gut, wie man ihn je gehört hat.
Schweissüberströmt steht er am Bühnenrand und drischt auf seine Gitarre ein, hemmungslos. Der Mann wird in drei Monaten sechzig; er gibt einem das Gefühl, als werde er zum ersten Mal auf ein Publikum losgelassen. Das gilt diesmal auch für seine E-Street Band, von der sich Springsteen zwischendurch getrennt hatte – und die trotz der Wiedervereinigung in den letzten Jahren oft enttäuschte. Diesmal begleitet sie ihren Boss mit derselben Spielfreude, die auch ihn durchglüht.

Höhepunkte? Einer nach dem anderen
Und es spielt keine Rolle, dass sich seine Stücke mit ihren immergleichen Wendungen allzu ähnlich sind. Weil es hier nicht auf harmonische Vielfalt ankommt, sondern auf den schieren Enthusiasmus, mit dem Sänger und Band diese Songs aufführen, von denen sie weit über hundert eingeprobt haben.

Damit das Publikum ein bisschen mitbestimmen kann, klettert der Sänger nach über einer Stunde in die Menge, konfisziert ein paar Plakate mit Songwünschen und erfüllt sie einen nach dem anderen. Zwei davon, «Downtown Train» und «Because the Night», klingen wie Gospelsongs, wie Gebete: zum Heulen schön.

Das Glück, am Leben zu sein
Längst hat man das Gefühl für Zeit und Raum verloren, dabei sind erst anderthalb Stunden vergangen, und er und wir haben Stücke wie «The River», «Born to Run» oder «Glory Days» noch vor uns. Als er sie singt, singen alle mit. Und man merkt es ihm und seiner Band an, dass ihnen ein Abend wie dieser nicht jedes Mal gelingt. Er selber wird es zum Abschied bestätigen, nachdem er mehrmals verkündet hatte, wie froh er sei, hier in der Schweiz zu sein und im schönen Bern. Man hat solche Sprüche oft gehört. Heute Abend glaubt man ihm aufs Wort.

Ganz zuletzt schreit er dem entfesselten Publikum zu, was allen im Stadion klar ist: «Ich bin ein Gefangener des Rock’n’Roll.» Als brauche es noch einen Beweis dafür, singt er zum Abschied «Rocking All Over the World» von John Fogerty, eine weitere, eine letzte Hymne an das schiere Glück, am Leben zu sein. Was für ein Gefühl das ist. Was für ein Konzert das war.  (Tages Anzeiger)


 
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